Dienstag, 7. Juni 2011

Interview mit dem Autor Andreas Dresen

Andreas Dresen, Jahrgang 1975, lebt und arbeitet in seiner Heimatstadt Aachen. Schon immer war er von fremden Welten fasziniert – von der wilden Atlantik-Küste Südirlands genauso wie von den Sagen und Legenden seiner Heimat. Und so findet sich in seinen Kurzgeschichten genauso wie in seinem Debütroman "Ava und die STADT des schwarzen Engels" eine fesselnde, gleichsam skurrile und charmante Mischung aus Fantasy-Elementen, klassischer Mythologie und einem scharfen Blick für die Kuriositäten der Gesellschaft und des Alltags.


Hallo Andreas, in deinem Roman „Ava und die STADT des schwarzen Engels“ kommen sehr unterschiedliche Charaktere vor, liegt dir einer besonders am Herzen? Wenn ja, warum?

Hallo Debbie, ich muss zugeben, dass mir als Autor eigentlich alle Figuren am Herzen liegen. Jede dieser Personen oder Wesen ist aus meiner Fantasie oder meinem Erfahrungsschatz entsprungen, und somit auch ein Teil von mir. Meine heimlichen Favoriten in diesem Buch sind neben Ava allerdings Fahrat und Manfred. Ava mag ich als staunende Protagonistin, die die neue Welt in sich aufsaugt und trotz aller Widerstände ihren Weg geht. An Fahrat gefallen mir seine kleinen Schwächen, die gleichzeitig wohl auch seine Vorzüge sind. Wenn ich mal in ein Abenteuer verwickelt wäre, würde ich hoffen, Fahrat an meiner Seite zu haben. Wir würden wenigstens nicht im Wald verhungern.
Manfred mag ich, weil er wirklich eine zutiefst bodenständige Person ist. Und das in einem Fantasy-Roman! Gleichzeitig ist er aber auch so verletzlich und sensibel, was so im Gegensatz zu seiner robusten äußeren Natur steht.

Ich habe erfahren, dass es einen 2.Teil geben wird,  weißt du schon, wann dieser erscheinen wird? Kannst du schon etwas über den Inhalt verraten?:-)

Ja, es gibt definitiv eine Fortsetzung. Die Verträge mit dem ACABUS-Verlag sind unterschrieben und ich befinde mich in der Endphase des kreativen Schaffungsprozesses – also dem reinen Schreiben. Ich verrate nicht zuviel, wenn ich sage, dass lose Enden aus dem ersten Band aufgenommen werden. So werden wir Fahrats Abenteuer weiter begleiten dürfen. Aber auch in der STADT ist nach dem ersten Band kein Stillstand eingetreten. Nach dem Abgang von Morton ist ein Machtvakuum entstanden, dass die verschiedensten Parteien auf unterschiedlichste Arten zu füllen versuchen. Es wird ein Wiedersehen mit Rashid Rangoon, mit Baddha und mit anderen bekannten Personen aus dem ersten Band geben. Aber das Hauptaugenmerk wird auf Samson liegen. Einem jungen Mann mit beachtlichen Fähigkeiten.
Der zweite STADT-Roman wird wahrscheinlich Anfang nächsten Jahres erscheinen.
Damit die Zeit bis dahin aber nicht zu lang wird, erscheint im Herbst 2011 ein etwas anderes Buch von mir, das nicht im STADT-Universum spielt. Es ist eine Art postapokalyptischer Roman mit Eco-Fiction-Fantasy Einschlag und er wird ebenfalls im ACABUS-Verlag erscheinen. Ich freue mich schon sehr darauf!

Wolltest du schon immer Autor werden?

Nein. Erst seitdem ich lesen kann.

Welche Situation oder Tageszeit ist deine schaffensintensivste Phase?

Der frühe Morgen, wenn ich noch nicht richtig wach bin. Dann können die ganzen Ideen, die ich aus meinen Träumen und meiner halbwachen Phase im Bett mit in den Tag hinüberretten konnte, in meine Geschichten und Aufzeichnungen fließen. Danach, auf dem Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad und auf dem Weg zurück nach Hause, lasse ich dann meine Gedanken schweifen – so entwickeln sich manchmal tolle neue Ideen durch die Dinge, die ich in meiner Umwelt aufschnappe.
Die beste Schreibzeit, ist allerdings nachts. So ab zehn Uhr abends bis mir die Augen zufallen, kann ich am besten Schreiben. Die Ablenkungen werden weniger und der Geist ist soweit zur Ruhe gekommen, dass man sich auf die neuen Abenteuer konzentrieren kann. Das ist wie abends im Bett lesen, nur umgekehrt.

Was machst du, wenn dir mal nichts einfällt? Was tust du gegen solche Blockaden?

Ich gehe joggen. Oder Fahrradfahren. Oder ich versuche, mal ein paar Tage nicht zu schreiben. Wenn mich aber ein Problem quält, und ich unter Zeitrdruck stehe, hilft nur eins, um wieder kreativ zu werden: MindMaps. Dieses Ideensammlungstool ist wirklich toll und für jede Phase des Schaffungsprozesses geeignet.

Ist es schwieriger den Anfang eines Romans zu schreiben oder das Ende?

Es ist beides wunderbar! „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“. Dieser Spruch von Hesse gilt auch bei einem neuen Roman. Wenn sich nach der ersten Idee plötzlich ein vollkommen neues Universum vor dir auftut – diese Momente liebe ich.
Das Ende ist ebenfalls ein toller Augenblick, weil erst dann weiss ich, dass ich die Geschichte wirklich zu einem Ende gebracht habe. Denn wie heißt es bei Katharina von Sienna: „Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten.” Diesen Satz musste ich mir so oft sagen, wenn ich in Motivationslöcher gefallen bin – und er hat mir jedes Mal weiter geholfen.

Möchtest du deinen Lesern noch was mitteilen?

Meinen Lesern möchte ich gerne danken, dass sie sich auf das Abenteuer eingelassen haben, meine Geschichten zu lesen, ob es nun „Ava und die STADT des schwarzen Engels“ war, oder ob sie mich schon von meinem Kurzgeschichtenband „Under A Liquid Sky“ kennen. Und ich würde mich wirklich freuen, wenn ihnen auch die zukünftigen Storys gefallen würden.

Danke dass du dir die Zeit genommen hast, mir ein paar Fragen zu beantworten! Ich wünsche dir auf deinem weiteren Weg viel Erfolg!

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Meine Rezension zu "Ava und die STADT des schwarzen Engels" findet ihr HIER!


Kommentare:

  1. Hey :) Ich hab gerade deinen Blog entdeckt und finde ihn toll...werd jetzt bestimmt mal öfters vorbeischauen! Ach, und tolles Interview :))

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  2. Hey Belle^^

    Dankeschön, Dankeschön und ach ja Dankeschön,hihi!

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